Die Manuelle Schlucktherapie umfasst verschiedene Techniken und Methoden der Schluckrehabilitation. Der Therapeut arbeitet dabei mit seinen Händen, um die Funktionen der Muskeln, Nerven und Faszien, die zum Schlucken und Atmen zusammenarbeiten, zu mobilisieren und zu (re-)aktivieren.

Bei Schluck-, Sprech- und Stimmstörungen ist die Beweglichkeit der zuständigen Muskeln, Bindegewebe, Gelenke und Nerven häufig eingeschränkt. Die Ursachen dafür können neurologische Erkrankungen sein, Operationen, Unfälle oder Verletzungen, die zu Schädigungen im Kopf- und Halsbereich geführt haben.

Die manuelle Schlucktherapie kann von einem speziell dafür geschulten Logopäden, Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten durchgeführt werden und ist für Patienten jeden Alters geeignet. Bewährt hat sie sich unter anderem bei neurologisch bedingten Schluckstörungen (Dysphagien).

Die Schluckbewegung verstehen und günstig beeinflussen

Ziele der manuellen Schlucktherapie sind das Optimieren der Biomechanik, das Wiederherstellen der Elastizität und die Normalisierung bzw. Harmonisierung der Atem-Schluck-Koordination. Die manuelle Schlucktherapie umfasst neben den speziellen Mobilisationstechniken auch Übungen zum Essen und Trinken sowie das Erlernen von geeigneten Schutzreaktionen.

Das „Schluckprogramm“ des Gehirns ist die motorische Antwort auf einen entsprechenden Reiz. Selbst nach schweren Hirnverletzungen ist dieses Reaktions- und Bewegungsprogramm meist noch existent und kann bei Schluckstörungen durch bewusstere Wahrnehmung und gezielte Stimulierung positiv beeinflusst werden. Der Therapeut kann die Schluckmotorik durch spezielle Griffe, Drücke und Handbewegungen anbahnen und hervorlocken, erleichtern oder in die richtige Richtung führen – und seinen Patienten beibringen, wie sie selbst aktiv ihre Schluckfunktionen, ihre Haltung und die Atemtechnik verbessern.

Durch die verbale und manuelle Anleitung der Therapeuten und die ganzheitliche, handlungsorientierte Ausrichtung der Therapie lernen die Betroffenen individuelle Strategien, die ihnen helfen, mit ihrer aktuellen oder dauerhaften Einschränkung besser zu leben und ein Höchstmaß an Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag zu erreichen.