Eine Sensomotorisch-perzeptive Behandlung dient der Therapie von Störungen im Bereich der Wahrnehmung oder Sensomotorik und deren Folgeschäden. Sie unterstützt junge und erwachsene Menschen mit Autismus, ADHS/ADS und bei Entwicklungs- und Verhaltensstörungen dabei, ihren Alltag besser und souveräner zu bewältigen. Die Sensomotorisch-perzeptive Behandlung ist eine komplexe und immer individuell ausgerichtete Therapieform, die unterschiedliche Behandlungsziele verfolgt, etwa:

  • die Verbesserung der Haltung, von Bewegungsmustern, zur Verbesserung des Gleichgewichtssinns und der Koordination der Grob- und Feinmotorik bzw. Graphomotorik,
  • Schulung der basalen Sinneswahrnehmung (Sehen, Hören, Fühlen), der Wahrnehmungsverarbeitung und Wahrnehmungsumsetzung (sensorische Integration),
  • Verbesserung der Handlungsplanung (Praxie),
  • Verbesserung der Ess- und Mundmotorik,
  • Training der manuellen Beweglichkeit und des Geschicks,
  • Steigerung der Bewegungsgeschwindigkeit und Bewegungsqualität,
  • Reduktion pathologischer Bewegungsmuster und das Erlernen von normalen, zielführenden und harmonisch ausgeführten Bewegungsabläufen,
  • Therapie des sogenannten Vernachlässigungsphänomens (Neglect) sowie weiterer Störungen im Bereich des Blick- und Sehfeldes,
  • Erlernen und Anwendung von Ersatzfunktionen sowie von therapeutischen Hilfsmitteln zur Kompensation angeborener oder erworbener Einschränkungen und
  • Entwicklung oder Erhalt von Alltagsfähigkeiten wie sozialem Verhalten, Fähigkeit zur Selbstversorgung und der generellen Handlungsfähigkeit.

Bei einer sensomotorisch-perzeptiven Behandlung sind verschiedene Ansätze möglich, unter anderem:

  • Stabilisierung, Stimulation und Differenzierung der Sensomotorik nach Fröhlich,
  • Methoden zur Förderung der Wahrnehmung nach Affolter, Perfetti oder Frostig,
  • neurophysiologische Therapieansätze nach Bobath und
  • befundgerechte funktionelle, gestalterische, spielerische und handwerkliche Behandlungsmethoden.

Zur Steigerung der Alltagskompetenz muss meist auch der richtige Umgang mit Hilfsmitteln wie Schienen, Rollstuhl oder technischen Hilfsmitteln bei der Arbeit etwa am PC erlernt werden. Für Patienten und deren Angehörige bieten wir auch die Möglichkeit an, Hausbesuche zu absolvieren, um eine sensomotorisch-perzeptive Behandlung bei Ihnen zuhause durchzuführen oder Sie bei der Gestaltung des häuslichen Umfeldes und bei der Anschaffung und Verwendung von Übungs- und Hilfsmitteln zu beraten.